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Kirschenunterlagen
GiSelA(S) - Verzwergende
Unterlagen für Süßkirschen
Für den intensiven Süßkirschenanbau in
gemäßigten Klimagebieten sind die GiSelA-Klone die ersten
erfolgreichen und wirtschaftlich bedeutenden verzwergenden Unterlagen.
Produktion, Vermarktung und Rechte der aus einem Züchtungsprogramm
an der Universität Gießen hervorgegangenen Unterlagen liegen
beim CDB (Consortium Deutscher Baumschulen).
Die drei bedeutendsten Klone GiSelA 3(S), GiSela 5(S)
und GiSelA 6(S) sind Hybriden aus der Kreuzung Prunus
cerasus "Schattenmorelle" mit der Art Prunus canescens.
GiSela 3(S), 5(S) und 6(S) zeigen eine
unterschiedliche Wuchsstärkenreduktion im Vergleich zu Prunus
avium (Vogelkirsche, F12/1).

Die Auswahl
des passenden Klons kann je nach Boden, Sorte und gewünschter
Anbauintensität erfolgen.
Die in-vitro-Vermehrung führt zu einheitlichem
Jungpflanzenmaterial von hoher Qualität und anfänglich
kräftigem Wachstum, das sich bei Ertragsbeginn bis zum
klontypischen Niveau abschwächt.
Ein entscheidender Vorteil der GiSelAs ist der frühe
Ertragsbeginn. Erste Erträge ab dem 2. Standjahr und
Vollerträge ab dem 4. Standjahr gewährleisten einen schnellen
Rückfluss der Investitionen. Die hohe Produktivität bleibt
über viele Jahre erhalten. Die Fruchtgröße wird bei
angepasster Kulturführung nicht negativ beeinflusst.
Besonders positiv ist die breite Anpassungsfähigkeit der GiSelAs
zu bewerten. In umfangreichen Versuchen und in kommerziellen
Pflanzungen traten bei GiSelA 5(S) und 6(S)
bisher kaum Ausfälle auf.
Weitere wichtige günstige Eigenschaften aller 3 Klone sind flache
Astabgänge und breiter Wuchshabitus, keine Neigung zur Bildung von
Schossern, hervorragende Winterhärte, Toleranz gegen
pollenbürtige Viren und sehr gute Sortenkompatibilät (bei
einwandfreiem Reisermaterial). Nach bisherigen Erfahrungen tritt bei
Nachbau nach P. avium keine starke Beeinträchtigung auf.
Da die Unterlagen in der Sorte ein hohes Fruchtungspotential
induzieren, muss durch einen früh einsetzenden,
regelmäßigen Schnitt sicher gestellt werden, dass
jährlich genügend Trieblänge und Blattmasse zur
Fruchternährung gebildet werden.
PIKU-Unterlagen
für Süßkirschen
Die PIKU-Unterlagen für Süßkirschen stammen aus einem
Züchtungsprogramm in Dresden-Pillnitz. Die 3 geschützten
Klone PIKU 1(S), 3(S) und 4(S) sind aus Kreuzungen unterschiedlicher Prunus-Arten hervorgegangen.
Die Rechte für Produktion und Vermarktung liegen beim CDB
(Consortium Deutscher Baumschulen).
Die PIKU-Klone zeichnen sich durch eine Wuchsminderung in
unterschiedlichem Grad aus, von annähernd gleicher
Wuchsstärke wie P. avium bis zu einer Reduktion um 50 %.

Abgestufte Wuchsstärkenreduktion der Klone PIKU 1(S), 3(S) und
4(S) im Vergleich zu P.avium
(PIKU 4 = 60-65 %, PIKU 1 = 65-70 %, PIKU 3 = 90 %,
avium = 100 %)
Die PIKU-Unterlagen bewirken eine Ertragsverfrühung
gegenüber P.avium-Unterlage, die jedoch nicht so stark
ausgeprägt ist wie bei den GiSelA-Klonen.
Alle 3 PIKU-Klone sind gut mit Süßkirschsorten
verträglich, haben glatte Veredelungsstellen und neigen nicht zur
Bildung von Schossern.
Die PIKU-Unterlagen haben sich insbesondere auf
trockenen und sandigen Standorten hinsichtlich Ertrag und
Fruchtgröße gut bewährt. Schnitt, Düngung und
Bewässerung sollten in Abhängigkeit von Standort und
aufveredelter Sorte erfolgen.
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